Mutausbruch

Wir sollten viel öfter einen Mutausbruch haben! Uns mal so richtig austoben und die Komfortzone verlassen.

Raus aus dem gewohnten Einerlei, in dem wir uns – zugegebenermaßen – wohl und sicher fühlen. Wir tun aus Gewohnheit gerne Dinge so, wie wir sie schon immer getan haben und scheuen häufig Veränderung. Aber wieso eigentlich? Wer immer nur das tut, was er schon immer getan hat, bleibt auch immer das, was er schon ist. So heißt es doch. Und wer will schon auf der Stelle treten! Sowohl persönlich als auch unternehmerisch bringt uns diese Haltung nicht wirklich weiter. Denn Veränderung bedeutet immer auch eine Chance, und die befindet sich eben häufig außerhalb unserer Komfortzone. Jede Veränderung, jede Weiterentwicklung findet also außerhalb des Alltäglichen, außerhalb des Gewohnten, statt. Ja, es mag manchmal unbequem sein und man weiß im Grunde nicht, was einen erwartet, jedoch wird man es nicht herausfinden, wenn man es nicht versucht. „Wo kämen wir den hin!“, hören wir häufig, gerne mit einem entrüsteten Unterton. Aber wer ist denn schon einmal beherzt losgelaufen, um zu sehen wo wir hinkämen? Schauen wir doch einfach mal nach und finden es heraus! Große Expeditionen hätten nie stattgefunden, wenn die Forscher und Abenteurer in ihrem Basislager geblieben wären, anstatt nachzusehen, wo sie hinkämen, wenn sie denn nur losliefen. Was jedoch mitnichten mit blindem Aktionismus gleichzusetzen ist, denn grundlegend vorbereitet und gut ausgerüstet waren die Forscher, und sind wir als Unternehmer.

Unternehmer und Führungskräfte sind häufig in der Situation, dass sie Entscheidungen treffen oder in sonst einer Form auf Herausforderungen und Aufgabenstellungen reagieren müssen, und dies dann häufig in gewohnter Denkweise und in gewohnten Mustern tun.

Weil es sich vertraut anfühlt und leicht fällt in einem Arbeitsumfeld, das einem im Tagesgeschäft schon so viel abverlangt und eine Menge der Entscheidungskapazität konsumiert. Aber als Unternehmer muss man Entscheidungen treffen, manchmal auch wenig Populäre. Oder solche, die man vorher noch nie zu treffen hatte und jetzt eine ganz neue Herausforderung darstellen. Aber wer es gewohnt ist, gelegentlich auch mal seine Komfortzone zu verlassen und Dinge zu tun, die man noch nie zuvor getan hat oder Dinge einmal bewusst anders zu machen, als man es sonst immer tut oder auch in gewissen Situationen einmal anders zu reagieren wie man es sonst tut – denn auch das ist ein Trainingsprozess und kann bewusst eingesetzt und trainiert werden – der wird auch feststellen, dass es leichter wird, Entscheidungen zu treffen die man bisher nicht treffen konnte oder wollte. Vielleicht wartet das Glück nur ein kurzes Stück hinter der Entscheidung, die du nicht treffen willst! Diese Hängematte des Nicht-Entscheidung-Treffens, weil man sich ja sonst festlegen, Position beziehen und Verantwortung übernehmen müsste, bringt keine großartigen Resultate. Persönlich auf der Stelle zu treten und sich nicht weiterzuentwickeln bringt keine großartigen Resultate. Wir brauchen mehr Mut! Mut, Dinge anzupacken und uns etwas trauen. Mut, uns weiterzuentwickeln und Veränderung zu begrüßen. Und schließlich Mut, uns unternehmerisch etwas zu trauen. Denn ganz ehrlich: Wenn wir uns nur mit Worst Case-Szenarien aufhalten werden wir nie erfahren, wie es wäre, wenn unser Vorhaben gelingt und wir etwas Großartiges bewerkstelligen!

Mut auch ganz grundsätzlich zum Unternehmertum. Am Anfang jeder Selbständigkeit (wenn man nicht gerade in eine Unternehmerfamilie hineingeboren wird) kennt sich kaum jemand vollumfänglich damit aus, sondern hat eine Idee und legt einfach mal los. Learning by doing. Unter Hinzuziehung von Beratern – mindestens einmal Steuerberater und einem Rechtsanwalt für Gesellschaftsrecht – und durch kontinuierliches Lernen, das Besuchen von Seminaren und gegebenenfalls auch die Inanspruchnahme eines Business Coaches ist das sicher gut und professionell möglich und kann eine tolle Sache werden! Viele gute und sinnvolle Ideen, die einen wirklichen Mehrwert bieten, warten noch immer auf ihre Konkretisierung und Umsetzung. Dabei ist Unternehmertum kein Hexenwerk. Etwas Mut, Einsatzbereitschaft, die richtige Einstellung und ein offenes Gemüt sind dabei schon die wesentlichen Eigenschaften eines Selbständigen. Und die Bereitschaft, am Ball zu bleiben und sich und sein Unternehmen weiterzuentwickeln und mit dem Lauf der Zeit den notwendigen Veränderungsprozessen zu durchlaufen.

Lasst uns also Botschafter für das Berufsbild des Unternehmers sein und junge Menschen inspirieren, sich damit auseinanderzusetzen und zu erkennen, wie viel Potential darin steckt – und wie viel Potential in ihnen steckt! In jedem Einzelnen von uns. Stellen wir also unser Licht mehr unter den Scheffel, sondern leuchten für’s Unternehmertum.